grün kaputt

Volkskulturkollektiv Drasch-Glasl

Heimat. Das nie endende Thema. Die Frage nach dem Woher und Wohin beschäftigt Monika Drasch und Georg Glasl schon sehr lange. Nun fügen sie zusammen, was scheinbar nicht zusammenpasst: Ein Lied übers Bauernhofsterben und neutönende Zitherklänge. Marienlied und Denkmalschutzpolka. Ländler von Schubert und Texte zur Sünde aus der Stubenberger Handschrift, einem niederbayerischen Geistlichen Gesänger Buch aus der Zeit der Aufklärung.
Mit von der Partie ist der legendäre Journalist und Dokumentarfilmer Dieter Wieland, besser gesagt seine Stimme, aus dem Hintergrund kommend als Zuspielung. Wie kein anderer hat er uns in seinen Dokumentationen über Dörfer und Landschaften den Spiegel vorgehalten, wie wir unsere Lebensräume, kennzeichnende Orts- und Landschaftsbilder, schonungslos verschandeln.

„Du bist meine Heimat. Da, wo du mich berührst“ (Wieland 2017). Wut. Mut und Poesie!
Sinnieren über die Erotik des Fensterkreuzes und Träumen von vergangenen und kommenden Zeiten kann man an diesem Abend.

Monika Drasch: Stimme, Geige und Dudelsack
Georg Glasl: Zither, Elektronik und Zuspielung

 

Georg Glasl
Wenn die Zither oft als musikalische Zauberin beschrieben wird, ist Georg Glasl eindeutig der Zauberer, der Hexenmeister, der das Instrument einsetzt, um musikalische Brücken zu bauen. Er jongliert mit englischen Renaissance-Klängen, bayerischen Landlern und zeitgenössischer Musik bis hin zur Elektronik, schafft es mühelos, Jahrhunderte miteinander zu verschmelzen. Sein Geheimrezept? Liegt vermutlich auch in der Tatsache begründet, dass Georg Glasls Horizont weit über die Musik hinausgeht. Nach dem Motto: ¨Wer nur etwas von Musik versteht, versteht auch nichts von Musik.¨

Monika Drasch
Die Wanderin zwischen herzlicher musikalischer Ausgelassenheit und tiefsinnigem Sinnieren verbindet traditionelle Musik mit neuen Klangideen, klassische Texte und Musik mit Dialekt und historisch- kulturelle Themen mit niederbayerischen Arien und Gstanzln. Die niederbayerische Dichterin Emerenz Meier, Napoleon Bonaparte, die bayerische Marienverehrung oder der bayerische Protestantismus vermitteln sich so als klangvolle Bilderbücher: Eine neue und faszinierende Art, Kultur verschiedener Zeiten und Gesellschaftsschichten unterhaltsam umzusetzen.